11. Verhandlungstag gegen die Brandstifter aus Altena

Der heutige Prozesstag am 19.08.2016 begann mit einer Bekanntmachung der Richterin. Sie stimmte dem Antrag der Nebenklage zu, ein Gutachten über die Retraumatisierung der Geschädigten, welche zum Tatzeitpunkt in dem Haus wohnten, anfertigen zu lassen. Die Verteidiger der Anklage widersprachen jedoch der Beauftragung des ausgewählten Psychologen, da er kein ausgewiesener Traumaspezialist sei. Einen weiteren Antrag der Nebenklage, in welchem die rassistische Tat per Gutachten als politische Tat eingeordnet werden sollte, lehnte die Vorsitzende aus Mangel an Notwendigkeit und Prozessrelevanz ab. Sie gab an, die zur Beweisführung vorhandenen Materialien wuerden bereits zur Genüge die Motivation der Angeklagten darstellen und die wissenschaftliche Einordnung hin zum Rechtsextremismus sei daher nicht relevant für das spätere Strafmaß an.

Es war der 11. Prozesstag gegen die beiden Angeklagten Dirk Denkhaus und Marcel Nietschmann aus Altena. Nachdem gestern durch die Nebenklage die Ladung eines weiteren Zeugen beantragt wurde, trat heute ein 46 jähriger Fitnesstrainer aus Altena in den Zeugenstand. Er arbeitet als Trainer in dem Fitnesstudio, welches vor und nach der Tat regelmäßig von Dirk und Marcel besucht wurde. Geladen wurde er, da er laut Nebenklage hätte bestätigen könne, dass Denkhaus nach der Tat für eben diese von Besucher*innen des Studios „gefeiert“ worden sei und damit geprahlt habe. In seinen Ausführungen verzettelte er sich immer wieder in Widersprüche, stritt jedoch ab, etwas Derartiges mitbekommen zu haben. Auch bestritt er, jemals negativ mit Denkhaus vor oder nach der Tat über politische Themen wie den Zuzug von Geflüchteten gesprochen zu haben. Nachdem er durch die Nebenklage gefragt wurde, ob er seit gestern Besuch von einem Angehörigen Dirks bekommen habe und er dies verneinte, verließ er den Saal und zwinkerte beim Herausgehen den beiden Angeklagten zu.

Im Anschluss wurde der Brandgutachter ein weiteres mal vernommen. Er hat den Tatort untersucht und ein Gutachten angefertigt. Er betonte, dass das Feuer unberechenbar gewesen sei und sich durchaus über das Treppenhaus oder das Dach hätte fortsetzen können. Obwohl es anfänglich „nur“ ein Schwelbrand gewesen sei, hätte das Dach mit der Zeit einbrechen und damit wieder Sauerstoff an den Brandherd gelangen können, wodurch vermutlich der ganze Dachstuhl in Brand geraten wäre. Er beschrieb ähnliche Fälle. Weiterhin gab er an, dass etwa 30 Minuten später der beschriebene Fall hätte eintreten können, wodurch dann auch schwere Persohnenschäden nicht mehr auszuschließen gewesen seinen.

 

Der Prozess wird am 02.09 fortgesetzt.

ak antifa Hagen

aktionskreis antifaschismus hagen, antifa

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