4. Verhandlungstag gegen die Brandstifter aus Altena

Heute am 04. Juli fand um 09:30 der vierte Verhandlungstag gegen die Brandstifter von von Altena vor dem Hagener Landgericht statt. Geladen waren mehrere Zeug*innen, unter anderen zwei Polizeibeamte, eine Brandsachverständige vom LKA, die Freundin des Angeklagten Nitschmann, ein Anwohner und verschiedene andere.
Zuerst erklärte die Richterin, dass die Rekonstruktion von gelöschten Daten vom Mobiltelefon des Angeklagten Nitschmann durgeführt worden ist und die daraus gewonnen Daten als Beweise ins Verfahren aufgenommen werden.
Die erste Zeugin, Anke G. Brandsachverständige beim LKA in Düsseldorf, welche mit der Untersuchung der sichergestellten Asservate beauftragt war, schilderte das angewandete Verfahren zur Untersuchung der Proben und bestätigte dass alle Proben Sachgerecht entnommen und gelagert worden waren und somit die daraus gewonnenen Erkenntnisse in das Verfahren einfliessen können. Laut der Sachverständigen gab es zwei Brandherde auf dem Dachboden des Hauses und an beiden konnte Brandbeschleuniger nachgewiesen werden. Sie klassifizierte den Brandbeschleuniger als Otto-Kraftstoff (Benzin), jedoch lasse die bei dem Brand stattgefundenen Umwandlung keine genaue Identifizierung mehr zu sodass der Brandbeschleuniger keiner genauen Tankstelle zugeordnet werden kann.

Der Dritte Zeuge, Tobias B. ein gemeinsamer Freund der Angeklagten Nitschmann und Denkhaus, bei dem die beiden sich vor der Tat aufgehalten haben, sagte aus das nicht, bzw nicht viel über Geflüchtete gesprochen worden sei. An dem Abend haben sie Playstation gespielt, Alkohol sei nicht getrunken worden.

Der fünfte Zeuge, Manfred J. ein Nachbar der Familie des Angeklagten Nitschmann und somit ebenfalls Anwohner der Unterkunft sagte aus er habe von der Unterkunft für Geflüchtete 4-5 Wochen vor der erstmaligen Unterbringung erfahren. Er persönlich habe kein Problem mit Geflüchteten und habe auch nie gehört dass irgendjemand ein Problem mit Geflüchteten habe. An diesem Punkt stellt die vorsitzende Richterin fest das Altena scheinbar die einzige Stadt in Deutschland sei in der nicht über Geflüchtet gesprochen worden sei. Als J. am Tag nach der Tat mit dem Auto nach Hause fuhr und mitgeteilt bekam dass es in der Unterkunft brannte habe er gesagt „lass die Scheisse brennen“. J. betont daraufhin er sei nicht fremdenfeindlich und er habe sich schon mit anderen Menschen über Geflüchtete unterhalten aber nicht mit den Angeklagten.

Der siebte Zeuge, Andreas O. Kriminalbeamter hat zufällig ein Telefonat seiner Tochter mitangehört in dem über den Brand gesprochen worden sei. In dem Gespräch ist die Beteiligung eines Feuerwehrmannes besprochen worden, dass dieser weiss wie er einen Brand zu legen hat, dass die Bullen zu blöd sind und dass ein Benzinkanister besorgt worden ist. Als O. seine Tochter auf das Telefonat ansprach habe diese jedoch abgeblockt und er ist darauhin zu den Kollegen gegangen und hat seine Aussage zu Protokoll gegeben.

Die achte Zeugin, Kimberly O. hat durch ihren Freundeskreis vom Brand erfahren und Gerüchteweise gehört wer dafür verantwortlich sei. Das erste mal vom Brand erfahren hat sie auf Facebook 2-3 Tage nachdem er gelegt worden war. Von der Flüchtlingsunterkunft hat sie vorher nichts gehört.

Die neunte Zeugin, Nina R. Freundin des Angeklagten Nitschmann hat bei einer Freundin vom Brand erfahren. Laut ihr sind die Angeklagten gut befreundet. Ihr werden die Fotos von Nitschmanns Handy gezeigt, diese kennt sie jedoch nicht. Sie hat sich mit ihrem Freund nicht über Politik unterhalten und weiss auch nicht ob dieser links, rechts oder liberal einzuschätzen ist. Ihr täten die Geflüchteten Leid, vorallem die Kinder. Sie weiss nicht weshalb ihr Freund die Tat begangen hat, sie haben gemeinsam Kleidung für Geflüchtete gesammelt.

Nicht aufgeführte Zeugen wurden weggelassen da diese nichts relevantes zum Prozess beitragen
konnten.

ak antifa Hagen

aktionskreis antifaschismus hagen, antifa

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